«Mikroperlen», «Peelingkügelchen», «Mikrogranulat»: Was nach einem besonders wirkungsvollen und sinnlichen Reinigungserlebnis für die Haut klingt, ist für die Umwelt ein Graus. Dass die «Perlen» aus Plastik sind und vom eigenen Abfluss als Giftmüll hinaus in die Weltmeere schwimmen – das ist den meisten Konsumenten von Kosmetikprodukten leider nicht bekannt. Warum man nicht mit Plastik reinigen soll, lesen Sie hier.


AUGEN AUF! KOSMETIKVERSCHMUTZUNG.

Wie alle anderen Konsumgüter, verschmutzen auch Kosmetika die Umwelt. Karton- und Plastikverpackungen, Wattepads, sowie Inhaltsstoffe wie Öle, Wachse und andere Substanzen landen bei der täglichen Pflege im Müll und Abwasser. Wollen wir nicht vollständig auf Pflegeprodukte verzichten, lässt sich Abfall leider nicht verhindern. Trotzdem könnten wir aufmerksamer dabei sein, was wir an Kosmetika in den Einkaufskorb legen. Kann ich eine Creme ohne Kartonbox kaufen? Sind drei verschiedene Produkte für die Reinigung nötig? Brauche ich die Tiegel auf, oder werfe ich unnötig viele Produkte weg, bloss weil ich unterdessen neue gekauft hab? In diesem Beitrag widmen wir uns speziell einem auf den ersten Blick unscheinbaren Nebenprodukt von Pflegeprodukten: mikroskopisch kleine Plastikteilchen, welche als Schleif- und Scheuermittel zur Reinigung dienen.


REINIGEN MIT PLASTIK.

Bei «Mikroplastik» handelt es sich um ein feines Plastikgranulat, das in Hygieneprodukten wie Peelings, Duschmitteln oder Zahnpasta den Reinigungseffekt verstärken soll. Hersteller mögen das Granulat, weil es günstig ist und die Haut nicht verletzen kann. Bis zu 10% des Peeling- oder Zahngels besteht aus ganz feinen Plastikglobuli. Als Polyethylen* sind die Kügelchen auf der Inhaltsliste zu finden. Die Mikrokügelchen sollen der mechanischen Reinigung dienen – wobei dies alternativ ebenso gut mit ökologisch abbaubaren Materialien funktioniert, wie es Naturkosmetika mit gemahlenen Kernen anbieten.


DAS AUGE DUSCHT MIT.

Dass Plastikgranulat schön weich ist und die Haut somit nicht kratzen kann, leuchtet ein. Doch genügt es für einen ausreichenden Peelingeffekt? Nein. Das Peeling geschieht nur oberflächlich, da die ohnehin etwas zu weichen Partikel so oder so in Gel schwimmen und die Haut so gar nicht wirklich abschleifen können. Bestenfalls wird die Haut ein bisschen massiert. Eine echte Wirkung erhalten wir durch das Granulat somit kaum. Der visuelle Effekt in der Tube verleitet jedoch zum Kauf. Seien wir mal ehrlich, wer kann schon einem hellblauen Gel mit silbernen Perlen widerstehen? Das will man doch gleich mal fühlen, riechen und ins Gesicht schmieren! Gegen die hübschen Peelings wäre ja nichts einzuwenden, würde der Plastik nicht über das Abwasser in die Umwelt gelangen. Durch den Umweltkreislauf finden Forscher sie deshalb vermehrt in Leitungswasser, Milch oder Honig schwimmend – und das hat verheerende Folgen.


KLEINE UMWELTSÜNDER.

Wussten Sie das? Mikroplastikperlen sind momentan die am schnellsten wachsende Meeresverschmutzung. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass durchschnittlich fast 100'000 Plastikkügelchen pro Gesichtsreinigung den Abfluss runtergespült werden. Eine Tube Peeling beinhaltet bis zu 3 Millionen von Plastikperlen, welche alle das gleiche Schicksal erwartet: Die kleinen Fieslinge lassen sich in der Kläranlage nicht vollständig herausfiltern und kommen so ungehindert in Flüsse, Seen und reichern sich im Meer an. Und selbst der herausgefilterte Plastikmüll landet als Klärschlamm zum Düngen auf Feldern und gelangt als feinster Staub in der Atmosphäre. Es verwundert also nicht, dass unter dem Mikroskop sogar in Honig Plastik gefunden wird.


FIESES FISCHFUTTER.

Im Meer verwechseln kleine Fische, Muscheln und Plankton die Plastikteilchen mit Nahrung. Mikroplastik nimmt leicht andere schädliche Substanzen aus dem Wasser auf und so erreichen die winzigen Giftbomben den tierischen Organismus und gelangen damit in die Nahrungskette, an deren Spitze der Mensch steht. So grotesk das auch klingen mag: wir könnten das Peeling genauso gut direkt aus der Tube runterschlucken.


HERSTELLER REAGIEREN.

Namhafte Kosmetikhersteller reagieren auf die neusten Erkenntnisse. Sie kündigen an, in Zukunft auf die Mikroperlen in Zahnpasta und Co. zu verzichten. Bleibt zu hoffen, dass die Versprechungen eingehalten werden. Bis dahin raten wir Ihnen Alternativen zu benutzen, denn die Perlen richten mehr Schaden an, als Nutzen zu bringen.


FILABÉ INSIDER TIPP:

Mit Filabé peelen Sie Ihr Gesicht effizient und schonend zugleich, ohne Plastikperlen und ohne andere unnötige Zusatzstoffe, welche Gesicht und Umwelt belasten. Ausserdem sparen Sie sich weitere Produkte wie Abschminkmilch, Tonic und Creme und generieren somit  weniger Wegwerfmaterial. Aber auch unsere Tücher landen zwangsläufig im Abfall – waschen Sie die Tücher deshalb einfach bei 60 Grad in der Waschmaschine und verwenden sie als Brillenputztuch.


Viel Spass beim Peeling mit Filabé!


*Weitere Bezeichnungen:

Polyethylen (PE) / Polypropylen (PP) / PET Polyethylenterephthalat / PES Polyester (Polyester-1; Polyester-11) / PA Polyamid (Nylon-12; Nylon-6; Nylon-66) / PUR Polyurethan (Polyurethan-2; Polyurethan-14; Polyurethan-35) / EVA Ethylen-Vinylacetat-Copolymere / PI Polyimid (Polyimid-1) / ANM Copolymere von Ethylacrylaten oder anderen Acrylaten; Crosspolymere von Acrylaten



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